Ordnung auf dem Bautisch, klebetechnisch !
Winterzeit, Bauzeit für neue Flugmodelle. Wer kennt es nicht, man ist an einem größeren Projekt, ich meine den Bau eines Modellflugzeuges in Holzbau-weise, so wie wir es noch von den Vätern gelernt haben. Der dort am meisten gebrauchte Klebstoff ist wohl Weißleim, bei mir aber auch dieser in Verbindung mit Sekundenkleber. Und nun zu dem Problem, man sucht ständig den Kleber. Mal liegt er unter irgendwelchen Bauzeichnungen oder irgendwo auf dem Baubrett. Immer wenn man gerade ein Teil kleben will sucht man danach. Dazu kommt, dass grundsätzlich die Sekundenkleberflasche umgefallen ist und der Sekundenkleber in den Deckel gelaufen und sich dort verhärtet hat.
So manches Mal hat man das Bauteil in der einen und den Kleber in der anderen Hand, sodass die Flasche mit einer Hand geöffnet werden muss. Das funktioniert natürlich nicht, wenn der Deckel bombenfest verklebt ist. Dann ärgert man sich, muss mit einer Zange mühselig die Flasche öffnen, bevor man weiter arbeiten (basteln) kann. Wenn man oft genug, aus diesem Grund, die Finger voller Sekundenkleber hat,weil sich der Deckel dann plötzlich gelöst hat und das Fläschchen ausläuft, überlegt man, wie man das in den Griff bekommen kann. Wenn jetzt jemand sagt, stell doch den Kleber irgendwo an den Rand des Werktisches, glaubt mir, dort kippt er auch immer um. Dazu kommt, wenn Weißleim in der Flasche nur noch halb voll ist, dauert es, wenn die Flasche auf dem Tisch steht oder liegt, bis der Leim an der Spitze ist. Mich hat es gestört und so habe ich mir ein Gestellt gebaut,welches alle Kleber, die ich so zum Bauen benutze aufnimmt. Ich nenne es mal Kleberstation. Natürlich kann man diese Bauanleitung in vielen Variationen und Größen ändern.
Auch die Bestückung der verschiedenen Klebstoffe kann eine andere sein. Ich als Holzfreak gebrauche die hier beschriebenen Kleber, ein anderer Modellbauer, der mehr mit GFK oder ähnlichem arbeitet wird auf seiner Klebestation vielleicht Epoxiharze haben.
Beschreibung und Bauanleitung:
Aus der Restekiste habe ich aus 5mm Pappelsperrholz folgende Teile ausgesägt. Die Grundplatte von 140 x 180 mm in der die Löcher für die verschiedenen Kleber ausgeschnitten werden. Zwei Seitenstreifen von 180 x 25 mm und zwei Standseitenteile von 140 x 60 mm geben der Station den nötigen Halt und auch das Gewicht, welches man braucht, damit man zBsp. beim Griff zum Weißleim nicht den ganzen Ständer mitnimmt. Entsprechend der Zeichnung habe ich bei mir drei gleiche Löcher von 32mm für die verschiedenen Sekundenkleber (dünn, mitteldünn und dick) hergestellt. Die nächste Reihe bilden die Ausschnitte für den Weißleim (32x72 mm für die Flasche aufrechter Stand) und ein Loch von 15mm für den Kopfstand der Weißleimflasche. Die letzte Reihe bildet das Loch für den Aktivator von 55mm und ein Loch von 32 mm für eine Füllstoffflasche für Sekundenkleber. Zusätzlich habe ich noch zwei 12mm Löcher gebohrt in denen zwei 12mm Aluröhrchen geklebt werden, in die später die Stifte gesteckt werden, die man so zum Anzeichnen braucht (die liegen auch immer irgendwo rum). Sind die entsprechenden Löcher sauber ausgearbeitet, werden die Seitenstreifen geklebt und zwar so, dass sie unter der Grundplatte platziert sind. Dann werden die Standseitenteile (nachdem sie so zugeschnitten wurden, dass sie kleine Füßchen haben) angeklebt. Damit die verschiedenen Flaschen nicht auf dem Baubrett stehen müssen, habe ich von unten noch drei Streifen Sperrholz eingeklebt, die den Standboden der Kleberflaschen bilden. Natürlich kann man auch ein durchgehendes Brettchen einleimen, jeder wie er will. So hergestellt, kann meine Station an jeder Stelle des Bauprojekts platziert werden, alle Kleber sind griffbereit und wenn nach Gebrauch wieder dort abgestellt, verkleben auch die Deckel nicht.

Wer es dann besonders nett haben will, lackiert seine Station, Farbreste sind ja wohl in jeder Werkstatt vorhanden. Viel Spaß beim Nachbauen und gebrauchen.

Einen entsprechenden Frästeilesatz gibt es jetzt beim Fräselch (Modellbau Brenner in Herongen) !
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