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Peter Wolnik
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MFC-Niederrhein,


Bauen mit Laser

Die Lasertechnik ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile hat sie auch in unserem Hobby Einzug gehalten. Werden doch Bauteile mit Laser geschnitten, man erkennt sie an den schwarzen Schnittkanten. Heute wird auch vielfach der Laser im Messwesen einsetzt. Da es sich beim Laser-Lichtstrahl um scharf gebündelte und ausschließlich parallel verlaufende Lichtstrahlen handelt, eignet sich dieses Licht hervorragend dazu, auch weiter entfernte Positionen im Raum zu kennzeichnen. Aus meinem Berufsleben kenne ich dieses Verfahren für die Ermittlung einer bestimmten Richtung. Ich habe im Bergbau gearbeitet, dort wird z.B. für die Streckenauffahrung der Laserstrahl benutzt, um einen Streckenverlauf geradeauffahren zu können. Es gibt ja keine Anhaltspunkte am „Horizont“, der ist ja nicht vorhanden. Dieses Verfahren wird genau so auch bei der Erstellung von Tunnel verwendet. Aus dieser Kenntnis kam mir die Idee, den Laser auch im Modellbau anzuwenden. Im Besonderen sind die großen Rümpfe, die hohe Aufmerksamkeit verlangen, um am Ende doch schön gerade aus der Helling heraus zu kommen. Das Schlüsselerlebnis zu diesem Thema hatte ich beim Bau des Rumpfes einer Piper im Maßstab 1:3. Eigentlich nichts besonderes, wenn man zu Grunde legt, dass auf dem Baubrett natürlich ein gerader Strich vorhanden war (dachte ich) und an dem ausgerichtet der Aufbau des Rumpf mit Hilfe von Winkel vonstatten ging. Wie bringt man einen geraden Strich aufs Baubrett, natürlich mit einem entsprechen langen Alurohr. Was sich später als fatal herausstellte. Der Rumpf war im Rohbau fertig, als ein Fliegerkollege in meinem Bastelkeller eine Inspektion machte. Ich war ganz stolz auf mein Bauwerk und als ich den Rumpf dann vom Baubrett auf den Boden stellte, fragte mein Kollege. „Muss der Rumpf hinten so schief sein?“ Es war wirklich so, der Rumpf machte von der Kabine aus nach hinten einen leichten Bogen. Das sah man aber erst, als man auf den Rumpf schauen konnte. Schnell wurden alle Parameter gemessen, der Rumpf war 1,5 cm aus der Achse. Es war in sofern aber kein großer Akt, da man das durch Kürzen und Verlängern der Längsleisten direkt hinter der Kabine begradigen konnte. Schlimmer war aber, dass es schnell in meinem Freundeskreis rum war. Als dann im Winter 2005/2006 unser Projekt Zlin XIII anstand, hatte ich mir Gedanken über den Einsatz eines Lasers für die Rumpfachse gemacht. Da diese Rümpfe über 3,0 lang sind, kann eine Abweichung der Baumittellinie auf dem Baubrett schon ein paar cm ausmachen, mit der entsprechenden Abweichung später im Fluge. Als erstes kam ein so genannter Laserpointer (hängt sonst am Schlüsselbund) zum Einsatz. Dieser wurde vor dem Motorspant auf einem Gestell montiert, so, dass man diesen in der Vertikalen Achse bewegen konnte. Dieser Punkt des Lasers muss natürlich so hoch sein, das er alle später eingebauten Spanten überstrahlen kann. Durch die vertikale Beweglichkeit des Lasers ist es auch möglich, Punkte im Rumpf zu kontrollieren, solange der Strahl durch davor stehende Spanten nicht verdeckt wird. Es zeigte sich aber, das der Laserpointer, wenn er in seiner Halterung mal verdreht wurde (durch ein und ausschalten), auch die Richtung des Strahles veränderte, so dass ständiges Neueinrichten erforderlich war. Deshalb besorgte ich mir im Baumarkt eine Wasserwaage mit eingebautem Laser. Dort war der Schalter so angebracht, dass er den Laserstrahl nicht veränderte beim Betätigen. Dieser wurde ebenfalls so montiert, dass er in der vertikalen Achse rauf und runter zu bewegen war

 

Bevor überhaupt ein Spant eingebaut wurde, habe ich mit Hilfe des Lasers meine Mittelachse auf dem Baubrett ausgemessen. Diese ist natürlich trotzdem wichtig, soll doch zügig gebaut werden können. Zur ständigen Kontrolle des Lasers ist am gegenüberliegenden Ende des Baubrettes ein Winkel fest abgebracht. Trifft der Strahl diesen Winkel, der an der Baumittellinie steht, weiß ich, dass alles noch so ist, wie es sein soll. Jeder weitere Spant wird nach dem Einbauen mit dem Laser kontrolliert. Dabei gibt es zwei Vorgänge wie das gemacht werden kann. Ist es möglich mit dem Laserstrahl direkt den Spant zu treffen, kann dieser so vermessen werden. Die Spanten habe natürlich eine Mittellinie. Komme ich mit einem Winkel an diesen Spant, so brauche ich diesen nur in den Strahl Einzumessen und den Spant zur Mittelinie ausrichten. Wird mein Laser durch einen davor stehenden Spant verdeckt muss man zu einem einfachen Hilfsmittel greifen. Ich habe mir einen Galgen gebaut, der natürlich um einiges höher ist als der höchste Spant. An diesem ist ein Lot befestigt. Fährt man diesen Galgen nun so vor den Spant, das der Strahl die Schnur trifft ist es nicht mehr schwer den Spant in diese Richtung auszurichten und zu fixieren. Dieses ist besonders wichtig, wenn es sich um Spanten handelt, die keine senkrechte Seiten haben. Dort kann mit einem Winkel außen am Spant nicht gemessen werden. Ob der Strahl auch mittig die Schnur trifft, ist mit der Hand leicht zu kontrollieren. Dort sieht man den Punkt des Strahles der durch die Schnur geteilt ist. Ist diese Teilung genau in der Mitte dann ist es richtig. Und keine Angst, diese Laser sind in der Leistung so gering, das sie keine Verbrennungen auf der Haut hinterlassen. Aber an dieser Stelle  muss ich auf einen ganz wichtigen Punkt hinweisen, auch wenn der Umgang mit Laserlicht ist bei richtiger Handhabung vollkommen ungefährlich ist. Ein Laserstrahl besteht, wie eingangs bereits erwähnt, aus gebündeltem Licht einer bestimmten Wellenlänge. Man darf nie direkt dieses Licht ins Auge strahlen lassen, denn die Linse des Auges bündelt diesen Strahl nochmals und es kann zu irreparablen Verbrennungen auf der Netzhaut kommen. Wenn beim Messen das Auge doch mal durch den Strahl gestreift wird hat das aber keine Auswirkung. Die Betonung liegt aber auf gestreift.

                                        

Nach dieser Methode sind nun Spant für Spant die Rümpfe unserer Zlin XIII entstanden. Es hat sich gezeigt, dass bei dieser Größe die Laserstrahl Meßmethode sich ausgezahlt hat. Alle drei Rümpfe sind verzugfrei und „laser“- gerade. Das Ausrichten des Seitenruders an den Rumpf wurde ebenfalls mit dem Laser gemacht. Die Wurzelrippe des Seitenruders wurde aus Pappe hergestellt. Mit dieser Schablone habe ich die Position am Rumpf vermessen und angezeichnet. Nun konnte das vorher fertig hergestellte Seitenruder aufgeklebt werden und natürlich auch die Senkrechte auf dem Rumpf kontrolliert werden. Vielleicht erschein einem ja dieser Aufwand als zu viel. Aber die benötigten Hilfsmittel, wie für Position des Lasers auf einer Halterung, den Kontrollwinkel am Ende des Baubrettes und das Herstellen eines Galgens mit Lot sind ja nur eine einmalige Sache. Sie können immer wieder für neue Baustellen benutzt werden. Weitere Rümpfe (Piper Clipped Wing in 1:3 und PZL 106 in 1:4) sind mit dieser Methode in der Zwischenzeit entstanden und sind genauso gerade!