Bau eines Agrarflugzeuges
Technische Daten zum Originalflugzeug:
Bei dem hier beschriebenen Modell handelt es sich um den Nachbau eines Agrar-Arbeitsflugzeug, welches von der Tschechoslowakischen Firma Zlin konstruiert und gebaut wurde. Die ersten Muster flogen ab 1965 und waren für die unterschiedlichsten Aufgaben in der Forst- und Landwirdschaft bestimmt. Auch wurden einige Maschinen für den Seglerschlepp eingesetzt. Der hier beschriebene Typ ist eine Z 37-2 Cmelák (Hummel) Doppelsteuer, wie er für die Agrarpilotenausbildung benutzt wurde. Dieses Baumuster hat also keinen Düngemittel oder Löschbehälter, sondern zwei hintereinander liegende Sitze und alle wichtigen Steuerelemente und Instrumente in zweifacher Ausführung. Als Antrieb dient ein 9 Zylinder Sternmotor (M 462 RF) mit einer Startleistung von 315 PS.
Spannweite der Tragflügel 12,22 m, Länge des Rumpfes 8,55 m, das hier beschriebene Modell soll im Maßsatb 1:4 entstehen.
Das geschweißte Stahlrohr-Rumpfgerüst ist als Fachwerk ausgeführt. Als Beplankung dient Gewebe, aber auch in einigen Bereichen Blech. Tragflügel und Höherruder sind mit Alublech beplankt, wobei die Ruder (Flaps) beim Querruder und Höhenruder wieder mit Gewebe bespannt sind.

Bilder zeigen die Original Z 37-2 .. so soll das Modell einmal werden. Rechte der Fotos bei Godert Wuttke
Baubeschreibung und Entwicklung des Modells
Wenn man sich mit so einem Modell beschäftigt, spielen viele Angaben und Maße eine Rolle. Wie es der Zufall will, lerne ich Godert Wuttke kennen, der in den neuen Bundesländern wohnt und diesen Agrarflieger noch aus den Einsätzen her kennt. Um aus Zeichnungen und Berechnungen einen Bausatz herzustellen ist es manchmal unablässlich, einen Prototypen zu bauen, um dann festzustellen, ob sich alle Komponenten ineinander fügen und ob der Zusammenbau auch von Modellbauer bewerkstelligt werden kann. So einen Prototypen einer Z37 stellte er mir zur Verfügung, mit der Erkenntnis, dass dieser für die weitere Fertigstellung eigentlich schon zu schwer geworden ist.
Meine Aufgabe und mein Ansporn sind es nun, diesen Rohbau in ein noch flugfähiges Modell zu machen. Ich denke, wenn ich diese Aufgabe erfülle wird es irgendwann von Godert einen tollen Bausatz dieser Z37 geben.
Natürlich ist es jetzt nicht einfach an einem schon verklebten Rumpfrohbau nennenswerte Erleichterungen anzu bringen. Gewisse Kenntnisse in der Holzbearbeitung und das Vorhandensein bestimmter Werkzeuge sind da erforderlich.
Rumpfgewicht vor der Erleichterung (so wie ich ihn von Godert bekommen habe) 2330 gr. Nach den ersten maßgeblichen Erleichterungen liegt das Gewicht nun bei 1760 gr. Das sind stolze 570 gr. die der Rumpf jetzt leichter geworden ist. Das ist schon beachtlich bei einem Rumpf im Maßstab 1:4.


Durch Erleichtungsbohrungen und Aussparungen im Rumpf habe ich das Gewicht schon in eine brauchbare Größe gebracht.
In der nächsten Bauphase ging es um die Erstellung der Kabine mit den dazugehörigen Türen, die natürlich zum Öffnen sein sollten. Die Überlegung war, wie gestaltet man es, damit es nachher so aussieht, dass die Verkleidung der Kabine tatsächlich in Blech ausgeführt ist. Litoblech aus der Drucktechnik wäre ein Gedanke, dieses ist aber mit 0,3mm zu dünn und muß, da aus Alu, mit Epoxitharz geklebt werden. Ich habe mich für 0,4mm Sperrholz entschieden, dieses läßt sich mit Weißleim kleben und mit einem Cuttermesser gut ausschneiden (Öffnungen für die Fenster). Beim Finish später werden diese Sperrholzteile grundiert und dann entsprechen lackiert. Die Stöße werden nicht beigespachtelt, so sieht es nachher wie einzelne Blechteile aus. Hier nun das Ergebnis, das Gewicht ist dabei auf 1920 gr. angestiegen.

Nun habe ich mich mit der Herstellung der Motorhaube beschäftigt. Der erste Gedanke, war eine Einmalform herzustellen und davon einen GFK Abzug zu machen. Nach Rücksprache mit Gordert sind wir aber überein gekommen, das es einfacher ist, zumal die Haube beidseitig zum Öffnen gestaltet werden sollte, diese aus einer Sperrholzkonstruktion herzustellen. Von einem Fliegerkollegen habe ich mir einen ZG 80 ausgeliehen, den er noch nicht verplant hatte, um diesen schon an den Rumpf anzupassen. Dieser Motor soll später auch meine Z 37-2 antreiben, auch Godert hat für den Bausatz diesen Motor vorgesehen. Es passt natürlich auch jeder andere Motor in der 80 - 100 ccm Klasse. Der ZG 80 wurde mit entsprechendem Motorseitenzug und Sturz am Motorspannt befestigt. Für die Motorhaube habe ich die nötigen Maße von der Dreiseitenansicht herausgerechnet. Aus Sperrholz und 0,4mm Sperrholz als Beplankung entstand nun meine Motorhaube. Was ich aus Fertigungsgründen anders gemacht habe ist, dass meine Motorhaube für die Öffnungen zwei Scharnierbänder hat und nicht nur einens, wie beim Original. Der Bausatz wird aber ein Scharnierband haben und man kann die beiden Flügel der Klappen komplett demontieren. Als Einlauflippe der Motorhaube ist ein aus Roofmat gefertigter Ring, der durch vorsichtiges Schleifen in Form gebracht wurde, vorgesetzt. Dieser wurde anschließend mit einem GFK-Überzug versiegelt.


Durch weitere Erleiterungsmaßnahmen konnte das Gewicht erneut wieder auf 1800 gr. gebracht werden. Die Motorhaube ist dabei nicht berücksichtigt.
Tragflügel Mittelteil
Als nächste Baustufe soll das Tragflügel-Mittelteil optimiert werden. Hier ist es aber wichtig, diesen Teil nur so viel zu schwächen (erleichtern), dass die auftretenden Kräfte von Fahrwerk und Flächenaussenflügel noch problemlos aufgenommen werden können. Das Gewicht vor der Bearbeitung war 1470 gr. Hier konnte ich durch Auswechseln einiger Rippen in leichtere und tauschen der Holmzwischenbrettchen (bestehend aus Pappelsperrholz) gegen Balsaholz 270 gr. leichtern.
Der Tank soll in den Flügel eingebaut werden, weil durch den geplanten Scale Ausbau des Cockpits im Rumpf in der Nähe des Schwerpunkts kein Platz bleibt. Ich verbaue die Tanks meiner Flugzeuge gerne im Bereich des Schwerpunktes, weil man dann bei jedem Kraftstoff-Füllstand ein neutrales Flugverhalten hat.

Der Schlauch wird durch die Rohre der Flächenhalter zum Rumpf geführt. Es ist kein Problem, weil das Mittelteil eigentlich am Rumpf verbleibt und so der Schlauch nur für eventuelle Wartungsarbeiten getrennt werden muß. Das Flügelmittelstück ist beim Original mit Blech voll beplankt. So muß, damit es Scale aussieht, beim Modell auch eine Vollbeplankung erfolgen. Ich habe mich für die tragenden Bereiche für 0,4 mm Flugzeugsperrholz und für die Teile, die nur beplankt sein müssen, für Litoblech 0,2mm entschieden. Ein Gewichtsvergleich mit gleich großen Teilen beider Materialien hat ergeben, das Litoblech ein wenig leichter ist. Verklebt wird die Beplankung, in einzelnen Platten-Segmenten ähnlich wie beim Original, mit UHU PU MAX. Dies ist ein Kleber, der mit der Luftfeuchtigkeit reagiert und leicht aufschäumt. Dabei werden in den Klebeflächen leichte Unebenheiten ausgeglichen und eine formschlüssige Verklebung erreicht. Versuche mit Kleben des Litoblechs haben eine gute Verklebung ergeben. Es sollte dieser Kleber aber mit Latexhandschuhe verarbeitet werden, weil Restkleber auf der Haut sehr schlecht zu reinigen ist.

Die Oberseite des Mittelflügels ist bis auf die rechts und links fehlenden Deckel an der Wurzel fertig. Unten erkennt man die Durchströmkanäle der Landeklappen, die schon mit Blech beplankt sind. In der Mitte und im Nasenbereich fehlt noch die Beplankung mit 0,4mm Sperrholz (leider keines mehr im Vorrat). .......... beim Herstellen der Baustufenfotos wird nicht immer vorher aufgeräumt, sorry!
Die inneren Flaps der Landeklappen habe ich komplett in Litoblech verkleidet. Es war etwas schwieriger diese mit dem Rippenkörper zu verkleben, ich konnte nicht einfach unendlich viele Stecknadeln ins Blech drücken, diese Löcher bleiben sichtbar. Also waren Klebeband, Klammern und Gummiringe angesagt, es hat aber funktioniert. Die Verstärkungssicken im Blech habe ich mit Halbrund Kiefernleisten nachgebildet. Es gibt von der Industrie fertige Kunststoffprofile, diese werde ich mir besorgen, weil diese leichter sind als die von mir verwendeten. Aufgeklebt habe ich diese Profile mit mitteldickem Sekundenkleber. Der Blechstoß auf der Unterseite ist durch die Bauart entstanden, die Beplankung ist aus zwei Blechen gefertigt. Der Blechstoß auf der Oberseite ist durch Aufspritzen einer Kante mit Spritzspachtel gegen ein Abklebeband nachgebildet. Was jetzt noch für den scalen Eindruck fehlt sind die Nieten, die ich mit Weißleimpunkten herstellen werde.

Damit Details von ihrer Wirkung schon mal betrachtet werden können, sind schon einige Bereiche mit Farbe lackiert. Dieses ist aber hauchdünn gemacht, der richtige Farbauftrag wird erst nach Fertigstellung der Nieten aufgetragen.
Nachdem das Z37-2 Projekt nun einige Zeit geruht hat gibt es wieder ein wenig Baufortschritt. Nachdem ich mir das Flächenmittelteil hervorgeholt habe, um mit der Anpassung des Fahrwerkes und dem Einbau weiter zu machen, mußte ich feststellen, dass die aufgeklebten Sicken auf dem Litoblech fast alle ab waren. Der Kleber hat auf dem glatten Blech nicht gehalten. Ich habe nun die Halbrundhölzer von Kleber mittels abschleifen befreit (blöde Arbeit). Auf dem Litoblech der Ruder habe ich mit einem Schleifkörper und Dremel die Stellen vorsichtig angeschliffen (äußerte Vorsicht, weil Blech nur 0,3mm dick). Anschließend habe ich alle Sickennachbildungen wieder aufgeklebt. Nachdem der Kleber abgebunden hat, untersuchte ich die Festigkeit. Ich glaube jetzt sitzt alles perfekt. Aber so ist es manchmal, man denkt eine Arbeit ist fertig und dann muß man noch einmal ran.
Die Z37-2 bekommt Beine
Ein lieber Vereinskollege hat mir für meine Z37-2 nun ein Fahrwerk gebaut (lieben Dank dafür). Er hat darauf bestanden, dieses nicht nur gefedert sonder mit einer Dämpfung zu versehen. Das funktioniert erste Sahne. In die vorgesehenen Ausschnitte zwischen den ersten zwei äußeren Rippen wurden die Fahrwerksbeine eingefädelt und mit einer Stahlschraube M5 quer verschraubt. Nun galt es mittels einer Schablone die Schräge der Beine festzulegen. In der Zeichnung habe ich den entsprechenden Winkel abgegriffen. Als nächstes habe ich die vier Streben angefertigt und an den entsprechenden Halterungen im Flügel und am Fahrwerksbein verschraubt. Nun steht das Fahrwerk fest im Flügel und die Belastungen können in die Holme eingeleitet werden. Jetzt baue ich das Fahrwerk wieder aus, damit es lackiert werden kann und ich endlich die noch fehlende Beplankung verkleben kann.

Das Spornrad ist in meiner Werkstatt entstanden. Dieses ist auch gefedert, was dort noch fehlt ist die Anlenkung im Rumpf mit der Verbindung zum Servo (wahrscheinlich Seile).
Nachdem ich die fehlenden Beplankungen (unten Verkleidung am Fahrwerksspant, oben zwischen Rippe 1 und 2) im Mittelteil eingebaut habe geht jetzt die Fertigstellung der Aussenflügel voran. Beplankung der Ober und Unterseite mit 0,4mm Sperrholz (nicht an einem Stück, sondern ähnlich wie die Bleche beim Original eingebaut sind). Das Querruder wurde mit Solartex bebügelt. Die Sicken-Nachbildungen aber fehlen noch, diese möchte ich aus Gewichtsgründen in 4x2mm Kunststoff Halbrundleisten erstellen und nicht in halbrunden Buchenleisten wie im Mittelflügel. Beide Servo, einmal für die Landeklappe, zum Anderen für das Querruder wurden mit entsprechder Anlenkung eingebaut. Im inneren des Flügels habe ich sogenannte Sangria-Strohhalme eingebaut in denen die Kabel für die Servos geführt sind. Ein zusätzlicher Strohhalm ist bis zum Randbogen geführt, dort ist das Kabel für eine eventuelle Positionsbeleutung verlegt. Damit der Aussenflügel mit dem Mittelflügel verbunden werden kann, ist am Aussenflügel an der Wurzelrippe ein Alu-Zapfen 5x10mm eingeklebt. Dieser ragt 30mm in die Wurzelrippe des Mittelflügels. Durch eine Querbohrung mit Gewinde kann nun eine 4mm Schraube eingebracht werden, die den Aussenflügel mit dem Miettelteil verriegelt. Diese Schraube ist so eingearbeitet, das nur ein Loch zu sehen ist, in dem diese versenkt ist.
Mein Freund Godert, rief mich an, er wollte die jetzt erreichten Gewichte wissen. Dieses war für mich natürlich auch sehr interessant, ist diese Z 37-2 eine Studie, um Verbesserungen für einen eventuellen Bausatz herauszuarbeiten.
Die Aussenflügel wiegen ohne Sicken, aber sonst mit allen Einbauten je 1530gr. Der Mittelflügel mit 2 Servos der Landeklappen aber ohne Fahrwerk wiegt 2490gr. Für den Rumpf ermittelte ich ein momentanes Gewicht von 2140gr. incl. Spornrad, aber ohne Motorhaube. Die beiden Fahrwerksbeine wiegen zusammen 1544gr. In Summe sind das jetzt 9234gr. Nach dieser Gewichtsermittlung sind wir der Meinung, das meine Z37-2 um die 20 kg Abfluggewicht erreichen wird. Das ist noch ein guter Wert bei 3050 mm Spannweite.

Nun ist es geschafft, der Tragflügel ist nun komplett hergestellt. An den Aussenflügel fehlen nur noch die Sicken, die als Halbrund Profile an den entsprechenden Stellen noch verklebt werden müssen. Diese habe ich bei Aeronaut bestellt, weil dort diese Profile in Kunststoff zu erhalten sind (in Buche wäre sie entsprechend schwerer). 

Da für den weiteren Bau noch Teile fehlen, die bei Godert gefertigt werden (komplettes Leitwerk) habe ich mit dem Ausbau des vorderen Cockpits angefangen. Der Kabinenboden ist aus 0,3mm Litoblech, bei dem ich die ensprechenden Nieten von hinten mit einen gerundeten Nadel gedrückt habe. Anschließend wurde das Blech lackiert. Nach dem Trocknen habe ich mit Stahlwolle das Blech so behandelt, dass die Nieten wieder silbern und einige Gebrauchsspuren sichtbar wurden. Danach ist das Litoblech auf 2mm Balsa und dann ins Cockpit verklebt worden. Alle nun folgenden Einbauten, Pilotensitz, Steuerstange und Pedalerie sind schraubbar ausgeführt, damit ich noch an den Motorspant komme, um eventuelle Motorschrauben fixieren zu können. Wenn jetzt noch Farbe ins Spiel kommt wird es schon ein Wohlfühlplatz für den Piloten.

..... Ein etwas schwieriger Bauabschnitt ist der Übergang Fläche - Rumpf. Für diese Arbeit wurde das Flächenmittestück mit dem Rumpf verschraubt. Überall wo eventuell Kleber hinlaufen kann und man nachher die Fläche nicht mehr vom Rumpf bekommt, wurden diese Stellen mit Andeckband beklebt. Dann sollte irre gelaufender Kleber nachher keine Schwierigkeiten machen.
Aus etwas stärkerem Papier habe ich dann für die einzelnen Sektionen Schablonen angefertigt. Erst als diese zufriedenstellen und passgenau ausgefallen waren, habe ich dann auf 0,4mm Sperrholz übertragen und entsprechend ausgeschnitten. Nun wurden die einzelen Segmente am Objekt verklebt, teilweise mit Sekundenkleber und aber auch mit Weißleim. Nach dem Durchtrocknen habe ich Rumpf und Fläche getrennt und das Abklebeband entfernt. Da es sich beim Originalflugzeug hier um Verkleidungen aus Blech handelt, diese gedengelt sind und einen runden Übergang von den senkrechten in die waagerechten Linien haben, mußte ich mit Spachtel die Kanten innen abrunden. Das Ergebnis seht Ihr auf den Bildern. Mit Schnellschleifgrund wird dann das Sperrholz versiegelt um es anschließend lackieren zu können.

Was an einem Modell immer wieder reizt, wie sieht das Bauvorhaben in Farbe aus, Kommt der Gesamteindruck dem Original schon nahe. Also habe ich den Rumpf lackiert, was in drei Farben etwas aufwendigt, weil einiges an Abklebearbeit nötig war. Da ich nicht um eine Möglichkeit zum Spritzlackieren verfüge, sind die Farben mit einer kleinen Schaumstoffrolle aufgebracht. Um ein änhliches Ergebnis wie mit dem lackieren mit der Spritzpistole zu erreichen gibt es einen Trick. Man bringt deckend die Farbe auf, dabei entstehen kleine und kleinste Bläschen. Aber keine Panik, man läßt die Farbe etwas antrocknen (ca. 5-8 min) und rollt dann mit der Schaumstoffrolle noch einmal drüber, ohne neue Farbe aufgenommen zu haben. Wichtig ist aber dabei die Rolle ohne Druck zu führen. Bei diesem Vorgang schließen sich die Bläschen und das Lackierbild bekommt eine spiegelglatte Oberfläche.
Nachdem alle Farben durchgetrocknet waren, habe ich die Kennung und die Typbezeichnung seitlich aufgebracht (schön wenn man einen Schneidplotter hat). Das Ergebnis läßt schon auf die manntragende Z37-2 schließen, denke ich.

Godert hat mir die noch fehlenden Bauteile geschickt, die für das Leitwerk. Nachdem alles sotiert war, habe ich das Seitenruder in Angriff genommen. Toll, dass an den Rippen kleine Füßchen vorhanden waren, die ein verzugfreies Seitenruder gewährleisten, beim Bauen. Gedankenarbeit war für die Anlenkung des Seitenruders nötig. Vorgesehen ist, dass Servo auf dem Kopf hängend in die SR Dämpfungsfläche einzubauen. Von dort muß der Antrieb unsichtbar in das Flap eingeleitet werden. Dieses habe ich so gelöst, dass eine Torsionstange (8mm Alurohr) von unten ins Flap reicht. Im Flap sind an zwei Rippen übergroße Stellringe verklebt. Mit vier Madenschrauben, die von außen verschraubt werden können, ergibt es eine formschlüssige Verbindung. Unter dem Höhenruder wurde ein Ruderhebel so auf dem Alurohr positioniert, das mittels zweier Schubstangen die Verbindung zum Servo spielfrei hergestellt werden konnte.
Nachdem diese Anlenkung eingebaut ist, habe ich am Seitenruderflap das Flednerruder in Funktion angeschlossen. Dabei führt eine Schubstange durchs Flap und ist neben dem Drehpunkt des Seitenruders mit einem Kugelkopf verbunden. Beim Betätigen des Ruders folgt das Flednerruder gegensinnig mit. Damit wird erreicht, dass am Ruder weniger Druck aufgebaut wird und dieses leichter zu betätigen ist. Beim Modell erreicht man damit weniger Kraftaufwand für das Servo.
Zu Erwähnen ist aber noch, dass das komplette Seitenruder vom Rumpf mittels Schrauben trennbar aufgebaut ist. So lassen sich eventuelle Transportprobleme lösen. Unabhängig davon ist auch das Höhenruder komplett demontierbar. Bei über 110 cm Spannweite "ein muß" für den Transport.

So ein Baubericht lebt natürlich auch von Bildern, so ist einigermaßen nachvollziehbar was ich hier mache. Um einen besseren Gesamteindruck vom Rumpf zu bekommen habe ich angefangen die Motorhaube zu lackieren. Das Gelbe und Mattschwarze ist fertig, Weiß muß wegen besserer Deckung noch einmal lackiert werden. Das noch fehlende Rot wird in Folie gestaltet.

Zu einem Leitwerk gehört natürlich auch das Höhenruder. Die entsprechende Stelle auf der Zeichung habe ich auf dem Baubrett fixiert und mit Haushaltsfolie zum Schutz vor Kleberresten abgedeckt. Darauf wurde dann Rippe für Rippe von dem Mittelteil nach rechts und links ausgehend auf einem 3x3mm Kiefernleistchen so verklebt, dass die Rippenabstände entsprechend der Zeichung eingehalten wurden. Damit die Dämpfungsfläche auch verzugfrei gebaut werden kann, hat auch hier Godert in der Konstruktion an jeder Rippe entsprechende Füßchen stehen gelassen. Diese stehen plan auf dem Baubrett und werden später, wenn die eine Seite fertig ist, entfernt. Nachdem alle Teil verklebt waren, wurde diese Seite (in diesem Fall die Oberseite) mit 0,4mm Sperrholz komplett beplankt. Nach Durchtrocknen des Klebers habe ich die Konstruktion vom Baubrett genommen und die Füßchen von der Rückseite entfernt. Damit jetzt meine Dämpfungsfläche für die Beplankung der Rückseite auch sauber und gerade auf dem Baubrett platziert werden kann hat Godert sogenannte Hilfsleisten gefräst, die ich mit Tröpfchen Sekundenkleber angeklebt habe. Nun liegt die auf der Unterseite offene Dämpfungsfläche wieder plan auf dem Baubrett (geniale Idee). Ich habe nicht gedacht, dass alle Flächen die mit 0,4mm Sperrholz beklebt wurden (Flächen und Leitwerke) mehr als 2,25m2 ergeben. Ich habe im Augenblick wieder kein Beplankungssperrholz und einen unvorhergesehenen Baustopp. (.......keine Panik, neues Sperrholz ist bestellt).
Baumaterial ist eingetroffen und es geht weiter, die noch offenen Flächen wurden mit 0,4mm Sperrholz fertig beplankt. Mit Spritzspachtel habe ich die Blechstöße, die auf der Dämpfungsfläche vorhanden sind, nachgebildet. Nun mußte die Sicken aufgebracht werden. Beim Original Flugzeug sind die Bleche an diesen Stellen mit der Sicke aus dem Blech gedrückt. Das ist bei einem Modell schlecht nachzuvollziehen. Man könnte 0,3mm Litoblech in einer Schablone so bearbeiten, dass diese Sicken herausgedrückt bleiben. Dann müßte das Blech statt der Beplankung verklebt werden. Ich habe micht für die andere Variante entschieden. Ich habe 3x3mm Balsaleisten so geschliffen, dass sie annähernd dreieckig waren. Dann habe ich diese an den entsprechenden Stellen auf meine Beplankung verklebt. Mit Schleifgrund habe ich das Balsoholz versiegelt, um es dann lackieren zu können. Was jetzt noch fehlte, waren die tausend Nieten, die natürlich auf der Oberseite nicht fehlen durften. Mit einer Spritze in der Weißleim gefüllt ist wurde Niete für Niete aufgetragen. Ist ein menge Arbeit, aber das Ergebnis entlohnt einen nachher.
Die Höhenruderflosse (Flap) wurde direkt an die Dämpfungsfläche auf dem Baubrett gebaut. Dafür habe ich alle nötigen Rippen auf den Draht gefädelt, der mir als Scharnier dient. Dank der kleinen Stützen, die an der Dämpfungsfläche diese gerade auf dem Baubrett liegen läßt, wurde auch das Flap gerade. Alle nötigen Verstärkungen und Abstandsbrettchen samt Enleiste wurden eingeklebt. Der vordere Bereich wurde als D-Kasten mit Balsa beplankt und bildet so als Halbrund das Gegenstück für das Hohlkehlruder. Da das Ruder beim Original mit Stoff bezogen ist, habe ich es mit Solartex bebügelt.

Das Flap hat an der Dämpfungsfläche drei Haltepunkte, die als Drehlager dienen. Zentral in der Mittel ist der Anlenkhebel für die aus dem Rumpf geführte Steuerstange angebracht. Mit zwei 10 kg Servos im Paralellbetrieb wird die Kraft auf das Höhenruder eingeleitet. Das sollte ausreichend für dieses große Ruder sein.
Damit das Fahrwerk auch dem Original entspricht gehören auch die Kotflügel dazu. Weil natürlich so etwas nicht im Zubehör erhältlich ist mußte ich diese selbst herstellen. Ich entschied mich für eine Form, die man nur einmal benutzt, dass heißt, das GFK Laminat wird "auf" die Form aufgebracht. Aus feingeschäumten Styro Kunststoff (Roofmat in 60mm Stärke) habe ich die Form erst einmal grob im entsprechenden Durchmesser auf der Bandsäge ausgeschnitten. Eine 6mm Achse sollte mir als Führung dienen, um an der Standbohrmaschine die entglültige Form herauszuschleifen. Als Verstärkung für die Achsführung, im Verhältnis weichen Roofmat, habe ich zwei übergroße Unterlegscheiben aus Sperrholz eingebunden. So vorbereitet wurde meine Form in die Bohrmaschine eingespannt. Mit einem Schleifklotz und 80er Schmiergelpapier wurde dann die Form, natürlich bei langsam laufender Bohrmaschine, herausgearbeitet. Ist eine schöne Sauerei, weil beim Schleifen kleineste Partikel abgeschliffen werden, die sich statisch aufgeladen haben und an allem haften was man an hat. Nach diesem Arbeitsvorgang und säubern der fertigen Form habe ich diese mit braunem Paketband überklebt. Ich nehme immer das braune, weil ich festgestellt habe, dass es sich um Rundungen schrumpfen läßt, wenn man es mit einem Industriefön vorsichtig erwärmt. So beklebt und geschrumpft habe ich nun eine sehr glatte Oberfläche. Anschließend habe ich Trennmittel aufgestrichen. Zur leichteren Arbeit für das Laminieren habe ich einen kleinen Ständer gebaut, in dem meine Form eingehangen ist.

Nachdem das GFK Laminat in mehreren Lagen (4x 110 gr. Gewebe) aufgebracht und trocken war, wurde erst einmal das überstehende Gewebe abgeschnitten. Eigentlich wollte ich diese Form erhalten, aber die Kotflügel wollten nicht so wirklich von der Form. Kurze Hand wurde die Form in die zwei Segmente geschnitten, die ich als Kotflügel haben wollte. So vorbereitet ließen sich die Formteil auch von der Form entfernen. Nach Schleifen und Füllern ist nun auch die Farbe drauf. Jetzt fehlen noch die Gestänge, die die Kotflügel am Fahrwerk halten.

Nachdem die Kotflügel fertig waren, stand ein schwieriger Bauschritt an. Die nötigen Gestänge mußten hergestellt werden, an denen die Kotflügel getragen werden. Am fertig eingebauten Fahrwerk habe ich durch einlegen einens harten Schaumstoffes (1cm Isomatte) zwischen Rad und Kotflügel den nötigen Abstand voneinander hergestellt. Mit Gummis wurde das Ganze gesichert. Aus 3mm Messingrohr, dieses lässt sich noch über den Finger biegen, wurden die einzelnen Gestänge gebogen. Auf der Achse habe ich einen übergroßen Stellring auf den Kopf der Schraube befestigt, an diesem ich vorher ein 1mm Messingblech hartgelötet hatte. Dieses ist die Basisplatte an denen die drei Gestänge weich angelötet werden. Die Verbindung Gestänge und Kotflügel wurde mit kleinen Schrauben hergestellt.

Nächster Bauabschnitt ist das Aufbringen der vielen Sicken auf den Außenflügeln. Beim Original Flugzeug sind diese natürlich ins Alublech gedrückt, um eine höhere Steifigkeit der Bleche zu erreichen, ohne die Bleche dicker wählen zu müssen. Diese Bauweise ist bei einem Modell schwer nachbaubar. Man müßte spezielle Vorrichtungen bauen um solche Bleche in dünnem Alu herzustellen. Um das Aussehen genau so hin zu bekommen, verwendet man einen Trick. Die Sicken werden auf das Material geklebt in Form von Dreikantleisten oder in meinem Fall von Halbrundleisten. Die Industrie bietet solche in Kunststoff (4x2mm) an, die leider ein wenig teuer sind. In meinem Fall habe ich für die Flügeloberseiten diese Kunststoffleisten benutzt, aber an die Unterseite werde ich selbst hergestellte aus Buchenrundstäben (4mm) verwenden. An einer Schleifscheibe werden diese Rundstäbe mittels eines Anschlages auf die Hälfte zugeschliffen. Wenn nachher Farbe drauf ist sieht man den Unterschied zu industrieellen Leisten nicht mehr. Godert hat mir freundlicherweise einen Plan gemacht, damit die Abstände alle entsprechend der Wirklichkeit eingehalten werden und ich das Ausmessen etwas leichter habe. Nachdem alle Sicken aufgeklebt wurden, fehlten nur noch die Nieten, die natürlich wieder mit Weißleimtropfen nachgebildet wurden.

Eine Besonderheit der Z 37 Flügel sind die im Bereich der Querruder vorne angebrachten Vorflügel. Diese sollen ein vorzeitiges Abreißen der anliegenden Strömung beim Langsamflug an den Außenflügeln und somit an den Querrudern verhindern, wenn sich der Flügel in einem größeren Anstellwinkel zur Flugrichtung befindet. Dieses ist bei der Landung der Fall, bei Abfangen der Flugzeuges (Jörg, korrigiere mich, wenn es anders ist). Diese Vorflügel dürfen natürlich an meinem Modell nicht fehlen. Aus übereinander geklebten (10 u. 8 mm) Balsabrettchen, die ich in die grobe Form geschnitten und dann durch Schmiergeln in das Vorflügel Profil gebracht habe, sind diese entstanden. Durch drei Halter, die die Verbindung von Flügel zu dem Profil herstellt, ist der Vorflügel montiert. Ich hoffe, das ich die richtige Stellung (Anstellung) herausgefunden habe und die Funktion auch am Modell spürbar ist.

Der nächste Bauschritt ist das Aufbringen der Sicken auf der Flügelunterseite. Wie oben erwähnt habe ich diese Sicken selbst passend geschliffen. Nach Goderts Plan wurden alle Stellen gekennzeichnet und es ging ans Ausmessen, Zuschneiden und verkleben der Halbrundleisten. Als Klebstoff habe ich hier wieder Sekundenkleber verwendet, das hält hier optimal.
Der rechte Aussenflügel ist nun fertig lackiert, es sieht toll aus, das Gelb mit den roten Querrudern. Wenn der Linke Flügel fertig lackiert ist sind alle Arbeiten erledigt, die mit Design und Farbe zu tun haben. Einzig das Aufbringen der Kennung auf die Unterseite des Linken Flügels fehlt noch. Das wird noch einmal eine Herausforderung, weil es bestimmt schwierig ist die Buchstaben über die Sicken zu kleben.
Nun ist der linke Flügel auch fertig. Das mit dem Aufkleben der Kennung hat auch geklappt.
Was jetzt noch fehlt ist der Motor. Vorbereitend habe ich das Leitblech schon hergestellt, welches um die Motornarbe kommt und die Kühlluft besser auf die Zylinder leitet. Da mein Modell mit einem Boxermotor befeuert werden soll, habe ich aber die 18 Ventilstößelrohre nachgebildet, die der 9Zylinder im Original hat.
Jetzt ist meine Z 37-2 fertig und ich hatte sie das Erste Mal komplett zusammengebaut auf unserem Flugplatz. Das Bild mit dem Propeller ist eine Fotomontage mit Jörgs Originalprop.

Von einem Fliegerfreund habe ich einen ZG 80 geliehen bekommen (besten Dank erst einmal, Klaus), der bei ihm noch nicht eingebaut war. Wollte ich doch fürs Agrarfliegertreffen meine Z37-2 auch fliegen. Aber es sollte alles anders kommen! Da ich für diesen Motor schon die entsprenchenden Befestigungspunkte am Rumpf hatte, war es eigentlich nur nur noch wenig Arbeit. Einzig, das Servo für die Gasverstellung und die Chokeklappenanlenkung mußte ich noch herstellen. Nun wurde alles für das Einmessen des Schwerpunktes vorbereitet. Nach einem Telefonat mit Godert wußte ich, wo dieser liegen muß. Genau am Steckungsrohr, also habe ich das Modell komplett aufgebaut in meiner Garage und am Steckungsrohr aufgehängt. Das ich vorne Blei brauchte, war mir von Anfang an klar. Das es aber 2300 gr sein müßten, habe ich nicht erwartet. Nachdem ich mir diese Menge Blei besorgt habe und dieses entsprechend gefaltet hatte, mußte ich feststellen, das diese Menge nicht in die Motorhaube passt. Alle Hoffnung, die Z 37-2 in Kyritz fliegen zu können schwand dahin. Ich entschied mich, den Motor wieder auszubauen und das Modell in Kyruitz nur im Staticdisplay zu zeigen, die Zeit für einen Umbau reichte nicht mehr. Die Halterung für den Standpropeller habe ich wieder eingebaut.
Nach der Agrarveranstaltung habe ich nun folgende Umbauten vorgenommen. Das scale Spornrad mußte einen Einfacheren weichen (Ersparnis 123 gr.) Das Seitenruderservo habe ich aus der Dämpfungsfläche ausgebaut und in den Rumpf am Schwerpunkt verlegt. Die Kraftübertragung wird mit Seilen ans Ruder geführt (Ersparnis 80 gr.) Nach dem Hebelgesetz sind jetzt 523 gr. weniger Blei nötig. Das ist doch schon ein Wert. Nun wartet meine Z auf einen Motor, denn, den ich zum Einmessen hatte, versieht jetzt seinen Dienst in einer Mister Muligan.

Stand 11. Juni 2011 ............... |